Das neue Jahr beginnt mit einer guten Nachricht. Die Schiffe fahren und wir können mit einem langsamen Holzboot, natürlich für den gleichen Preis wie für das Schnellboot, nach Cù Lao Chàm übersetzen. Die Cham-Inseln sind bekannt für ihre Meeres- und Naturschutzgebiete, weswegen ironischerweise während der Hauptsaison täglich massig Menschen morgens hingebracht und abends wieder abgeholt werden. Das erfahren wir allerdings erst als wir schon da sind. Wir reisen ja außerhalb der Saison und finden uns somit in einem kleinem Fischerdorf wieder, das völlig irritiert von uns ist und wir sind wiederum irritiert vom Militär und was der Status "Schutzgebiet" wohl bedeuten könnte. Schließlich kümmert sich außerhalb der Saison auch niemand um den ganzen Müll an den Stränden und alles abseits davon, wie ein riesiger chinesischer Tank, angespült auf den Steinen, aus dem wir Gas entweichen hören. Trotzdem finden wir uns zurecht, schauen uns die Strände an, bauen Sandburgen, wandern um die halbe Insel bis zum Leuchtturm, wo uns Bauarbeiter aus einem Unwetter aufsammeln und wir erkunden natürlich jede Ecke der winzigen Insel. Nahe des Hauptdorfes lungern tagsüber die Affenfamilien und nehmen sich hier und da Snacks, die gerade unbewacht sind. Im Süden gibt es ein zweiteres kleines Dorf vor dessen Tal große halbfertige Betonbauten aus dem Dschungel ragen - Ein riesiger Komplex nie weitergebauter Ferienhäuser. Am nördlichsten Strand wiederum finden wir ein seit vielen Jahren beinah fertiggestelltes und seither verlassenes Resort, eine ausgehungerte Hundedame spaziert dort am Strand entlang und wirkt etwas nervös. Es dauert nicht lang, bis wir einen kleinen Schatten unter eines der Strandhäuser stolpern sehen und so ihren ganzen Wurf finden. Die stolze Hundemama hat ganze neun neugierige Welpen zu versorgen und wir können nicht anders als uns dem ein bisschen anzunehmen und ihr Reis und Eier sowie den Kleinen Kokoswasser zu servieren. Vor allem die Kleinen schließen wir sofort ins Herz. Sie sind noch nicht so alt und vermutlich auch noch nicht so vielen Leuten begegnet, denn hier runter kommen täglich nur eine Handvoll Fischer und ziehen direkt weiter zu den Klippen. Doch die Neugier und die Lust auf Kokoswasser überwiegt. Die Hundemama lässt uns gewähren. Anfangs beobachtet sie uns noch, irgendwann zieht sie derweil los und sucht vermutlich nach Futter.



















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