Was ist eigentlich übrig geblieben von den ganzen Idealen, die ich mal hatte oder glaubte zu haben. Sind sie mir verloren gegangen oder stehen sie nicht mehr allein im Zentrum meines Handelns? Ich bin naiv, wenn ich denke, ich hätte mir längst die Rosinen rausgepickt und trotzdem hoffe ich, dass ich ganz organisch über Bord geworfen habe, was sich als gar nicht mal so tauglich rausgestellt hat. Anderenfalls türmen sich vor mir die Sorgen auf, alles losgelassen zu haben, was mir wichtig war und noch wichtig sein sollte. Ist mir der Wille verloren gegangen, Alles oder Nichts zu fordern? Habe ich keine Lust auf das ständige Aushandeln oder schlägt mein Gehirn nur noch Abkürzungen ein, sodass ich gar nicht mehr weiß, warum ich für diese oder jene Sache einstehen will. Letzteres sollte mir doch ehrlich Angst machen, denn ich will überschauen können, welche Geister ich rufe. Doch ich gehe blind durch die Korridore, die diese Stadt mir eröffnet, schaue kaum nach rechts oder links, besinne mich auf die immer gleiche Sackgasse. Ich bin viel zu klein für große Entscheidungen. Große Taten brauchen eine große Masse. Doch immer wenn ich mich mit der Masse erhebe, scheint einerseits nichts zu passieren und andererseits selbst die große Masse viel zu klein, für diese Welt. Jetzt sehe ich mich nach kleinen Zielen. Ziele, die ein Mensch allein erreichen kann, aber wie schrecklich bürgerlich ist diese Idee und wie erschlagen bin ich dennoch von den ganzen Schicksalen, die sich tagtäglich vor mir auftun, als wären sie keiner Rede wert.
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